WORKSHOP KALLIMOTIO  - bewegte Nacht/Licht- Fotografie - Erfahrungsbericht

Schlaglichter: Aufgewacht mit bunten und bewegten Träume am Morgen nach der zweiten und abschließenden nächtlichen Fotosession mit jugendlichen Teilnehmern des ersten KALLIMOTIO Workshops im Landschaftspark Duisburg...
Ich  bin noch sehr unter dem Eindruck der Freude und Dynamik, mit der die SchülerInnen der Elly-Heuss-Realschule Ulm  Anregungen aufgenommen haben, die sie in den Einführungsstunden und während der Fotosession bekommen haben.
Anders als die Bilder von der ersten Nacht, die wir am Folgetag bearbeitet und veredelt haben, kenne ich die Motive der 2. Nacht nur von den Displays der Kameras. Besonders in Erinnerung sind mir 2 Variationen einer Bahnhaltestelle:
Der Schüler hat sich durch den geraden Verlauf der Gleise, die in starkem Kontrast zu dem Durcheinander von Rohren und  Formen der industriellen Rundungen stehen zu einem schnellen Rechts Links Schwenk mit der Kamera inspirieren lassen. So als ob der Blick von einem durchfahrenden Zug mitgerissen wird und wieder zur Haltestelle zurückfindet. Er hat mir die Bewegung mit seinem Körper vorgemacht. 

Ein anderer hat durch Zoombewegung plastische, greifbare Lichtskulpturen aus den parallelen Neonröhren der Haltestelle geschaffen., die sich von dort in den Vordergrund ziehen.
Auch meine Anregungen, etwas mit den grün ausgeleuchteten Bäumen zu machen, führte durch zoomen und laufen zu einem spektakulären, bewegten  Ergebnis.

Ich bin besonders dankbar, wie sehr sich die Schüler „in Bewegung“ gesetzt haben. Wie sehr sie erlebt haben, wie Linien und Räume einer Location oder eines Motives „Bewegung“ inspiriert, die beinahe tänzerisch ist. Wie sehr die Betrachtung und der Versuch der Beschreibung von dynamischen Bildarbeiten dazu motiviert ausdrucksstarke Gesten und Bewegungen zu verwenden.

Ich erinnere mich besonders an ein Bild mit vertikaler Lichtbewegung die im unteren Bildbereich „knubbeliger“ war. Beim gemeinsamen Betrachten löste es bei vielen Schülern spontan ein Gefühl von Abwärtsbewegung und Gravitation aus.


Das haben wir gemacht:
Im ersten theoretischen Teil habe ich fertige Arbeiten und Layouts vorgelegt. Nach einem Rundgang haben die SchülerInnen im Gespräch erfahren, wie solche Bilder entstehen, was für Bewegungen, Licht und Fototechniken ich verwendet habe und... soweit sich das sagen lässt: warum?!
Außerdem einen Exkurs in das Genre der Nachtlichtfotografie, Zeichnen und Malen mit Lichtquellen.

In einem zweiten Teil  haben die Schüler erfahren, wie sich Digitalkameras passend einstellen bzw. überlisten lassen und haben die verschiedenen Digitalkameras der SchülerInnen entsprechend vorbereitet..

Nach Einbruch der Dunkelheit haben wir dann einen ersten Fotoausflug gemacht – bzw. – wir sind kaum vor der Tür gewesen und haben gleich mit den ersten Lichtquellen und Bewegungen herumexperimentiert – viele begeisterte AHA Erlebnisse!


Mit zunehmender Dunkelheit wurden Taschenlampenexperimente immer spannender. Mit seinen Taschenlampenideen ist Jeldrik Inspiration für die ganze Gruppe:


Am nächsten Tag haben die Teilnehmer ihre Bilder gesichtet und je 10 ausgewählt. Wir haben sie gemeinsam begutachtet, (bewegt!) beschrieben und notiert, was wir verbessern oder verändern wollen – in der digitalen Nachbereitung oder in einer zweiten Fotosession.
Dabei fielen die Stichworte für den zweiten theoretisch/praktischen Block: Bildbearbeitung:

Es gelten bei diesen speziellen Motiven viele allgemeine Gesetze über Kontrast, Helligkeit und Tonwerte. Aber auch besondere Techniken wie selektive Farbverstärkung kommen hier besonders zur Anwendung. Spannend! – wie lassen sich Strukturen in den Lichtschwenks erhalten und gleichzeitig das Strahlen und der Glanz der der Licht- Motive erhöhen. Welche besonderen Möglichkeiten haben wir für Collagetechniken durch die Art unserer Fotografie.
Nach einer halben Stunde haben die SchülerInnen einige sehr gute Bildarbeiten geschaffen, die wir auf den Gemeinschaftsrechner spielen!

Damit ist der gemeinsame Workshop leider schon fast vorbei – wir werden uns nur noch am Abend sehen.
In dieser zweiten nächtlichen Fotosession wissen alle schon viel mehr, was sie wollen und können. Ich sehe viel Begeisterung an neuen Bewegungen, Perspektiven und Motivgestaltung und viel ernsthaften und spielerischen Umgang mit den Möglichkeiten von Objektiv und Kamera. Und wir machen einige sehr spezielle Gruppenfotos. VIELEN DANK AN DIESE TOLLE KLASSE!!


Alle Rechte für die hier gezeigten Bildarbeiten liegen bei den Urhebern - den "DIGIKIDS" - Schülern der Realschule Elly Heuss; Ulm

(Aleks, Cagri, Daniel, Denis, Felix, Joachim, Jeldrik, Paule, Rafael, Sven